Wann und warum hast du mit dem Werben begonnen?

Bei mir hat alles im Mai 2010 begonnen. Ein Freund kam damals zu mir, als ich noch bei meinem Nebenjob bei OBI tätig war und meinte: „ Nico, komm mit, ich hab genau das Richtige für dich! Du redest immer ohne Punkt und Komma und bist der einzige, der für nen Verein Geld spendet! Und kurze Zeit später war ich als Jobscout in Berlin unterwegs und meine Aufgabe war es zukünftige Dialoger zu finden. Also habe ich einfach jeden, den ich mir in dem Jobprofil ganz gut vorstellen konnte, angesprochen. Das war der erste Einblick in die Fundraisingbranche!

Wie ist deine Karriereleiter verlaufen?

Wie gesagt, habe ich als Jobscout angefangen, nach knapp 4 Wochen war unser Teamleiter nicht mehr da und ich wollte das unbedingt machen. Schwupps war ich Teamleiter. Das hab ich dann auch bis Oktober 2010 gemacht, dann bin ich für ein halbes Jahr zur Bundeswehr verschwunden (eigentlich waren 23 Monate geplant) und wie sollte es anders sein, ich konnte nicht anders und kam zum 1.4.11 wieder, diesmal als Recruitingmanager innerhalb Berlins für das direkte Anwerben von neuen Mitarbeitern auf der Straße. Ich habe dann zusätzlich noch eine Unitour aufgebaut und bin dann mit mehreren Teams durch Deutschland getourt. Während dieser Zeit haben wir alle großen Unis in Deutschlands besucht und neue Mitarbeiter gescoutet. Natürlich habe ich auch weiterhin neue coole Leute selber gesucht und gefunden. Das Jahr neigte sich und ich bekam von verschiedenen Agenturen den Posten des Städteleiters angeboten. Ich entschied mich vorerst für für die Agentur eines Freundes, dort habe ich dann am 9.1.12 mit dem Dialogen angefangen. Nach ca. 3 Wochen wurde ich aufgrund meiner Erfahrung als Teamleiter eingesetzt. Im Sommer wurde ich dann auch offiziell Städteleiter in Berlin. Anfang 2013 verschlug es mich dann nach Hamburg, wo ich über 3 Jahre lang als Städteleiter arbeiten durfte. Nach einem kurzen Aufenthalt in Australien in der ersten Jahreshälfte 2016, fing ich im Juni bei Amnesty International als Kampagnenleiter der Inhousekampagne an.

Was erwartest du von deinem Team und was zeichnet dich als Führungsmitarbeiter aus?

Ich will immer 120% von meinem Team sehen. Ich lass sehr viel Freiraum, solange der Erfolg am Ende steht und wir viele Förderer gewinnen konnten. Durch den Erfolg entsteht auch immer eine super Teamstimmung, ein familiäres „Wir-Gefühl“. Das ist mir sehr wichtig. Mein Führungsstyl ist total einfach, da wir in einer Demokratie leben, wir entscheiden gemeinsam! Einer für alle, aller für einen. Ich treffe gerne die Entscheidungen aus der Gruppe heraus. Ich möchte, dass mein Team mit mir an einem Strang zieht.

Was war dein schönstes Erlebnis beim Werben?

Es war Februar oder März letzten Jahres (2012), wir standen am Alexanderplatz und ich habe gerade aus etwas Distanz mein Team beobachtet. Wir waren für einen Umweltschutzverein auf dem Alexanderplatz in Berlin direkt vor dem Saturn-Markt unterwegs. Auf einmal stellt sich ein etwas älterer Herr neben mich und fragt mich was wir eigentlich machen. Er war für mich ganz klar ein obdachloser der mir augenscheinlich nach seinen „straßenfeger“ oder „motz“ (Obdachlosenzeitung in Berlin) verkaufen wollte. Nett wie ich bin hab ich ihm alles über unseren Partnerverein erzählt. Er hat mir dann seine Lebensgeschichte erzählt. Sein Name ist Wilhelm, sein Alter 57 Jahre, er war mal selbstständig und erfolgreich. Seine Frau hat sich scheiden lassen und ist mit seinen zwei Töchtern und einem neuen Freund zur Ostsee gezogen. Mittlerweile lebt er auf der Straße – Berlin ist sein Wohnzimmer. Er kramte in seinem Beutel und holte seinen Personalausweis und seine ec-Karte heraus und meinte er möchte uns mit dem Mindestbeitrag von 5,- Euro im Monat unterstützen. Da wir ja sein Wohnzimmer retten und erhalten! Meine erste Frage an ihn lautet, warum er denn eine ec-Karte hatte? Seine Antwort war ganz einfach…er nehme niemals Bargeld mit in ein Obdachlosenheim! Die schlagen sich teilweise schon für 5,- Euro die Köpfe ein – also bring ich mein Geld, was ich am Tag bekomme immer zur Sparkasse. Dort ist es sicher und nur ich komm dort ran. Das war für mich schon ein sehr einprägendes Erlebnis.

Persönliches, was sind deine Hobbies?

Unter meinen Freunden bin ich als totaler Shishaholiker (Wasserpfeife) bekannt! Nebenbei spiele ich auch sehr gerne Fussball und Basketball. Natürlich gehört auch das Zocken von Videogames dazu! Ich liebe es unter Leuten zu sein und viel Zeit mit meinen Freunden zu verbringen. Meistens ist es so, dass aus Arbeitskollegen sich schnell Freundschaften entwickeln! So kann ich sagen – ich habe Freunde in ganz Deutschland.

Gibt es ein persönliches Ziel für 2017?

Spaß und Erfolg mit und bei „hello.“ haben.

Was möchtest du allen Dialoger, Teamleitern, Kollegen und Freunden sagen?

Jede Zelle meines Körpers ist glücklich, jede Körperzelle fühlt sich wohl. Jede Zelle an jeder Stelle ist voll gut drauf!  Gemeinsam sind wir stark, ohne euch wäre ich nicht der, der ich bin!! Dickes danke dafür!